03. Juni 2024

HR 1 Interview nach tödlicher Messerattacke in Mannheim

HR 1 interviewte heute morgen den Geschäftsführer Alexander Glunz zu der tödlichen Messerattacke in Mannheim bei der der Kollege Rouven L. getötet wurde.

HR1 Radiointerview

HR 1 Moderatorin

Wir trauern um unseren tapferen Kollegen, der sein Leben für die Gemeinschaft riskierte. Das sind die Worte, die die Deutsche Polizeigewerkschaft Hessen gefunden hat. Nach dem Tod eines 29 Jahre alten Beamten, der an den Folgen der Messerattacke eines 25 Jahre alten Afghanen letzten Freitag an seinen schweren Verletzungen verstorben ist. Alexander Glunz, Geschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft Hessen. Wer in den Polizeidienst geht, der weiß, dass es auch gefährliche Situationen geben kann, die manchmal eben auch sehr tragisch enden. Aber wenn so was dann wirklich passiert wie jetzt, wie ist das für Ihre Kolleginnen und Kollegen und für Sie?

Alexander Glunz DPolG Hessen

Ja, es ist tatsächlich eine innere Traurigkeit, weil wir wissen, es hätte jeden von uns treffen können. Es hätte jeden unserer Kolleginnen und Kollegen treffen können. Und man hat auch eine gewisse Hilflosigkeit, weil man halt eben nichts tun kann. Polizeibeamte sind ja darin ausgebildet, verschiedenste Situationen ad hoc zu bewältigen. Und in so einer Situation kann man tatsächlich nur hoffen und beten und hat keinerlei Einfluss auf das, was dann passiert.

HR 1 Moderatorin

Wie fangen Sie als Polizeigewerkschaft so was auf? Wie kann man da überhaupt beim Verarbeiten einer so brutalen Tat unterstützen?

Alexander Glunz DPolG Hessen

Das ist eine sehr schwierige Situation. Natürlich für die Kolleginnen und Kollegen, die vor Ort waren, für die Kolleginnen und Kollegen, die selbst betroffen sind, aber auch für uns alle. Die Behörden haben durch ihre Personalräte, Personalberatungsstellen, sozialen Ansprechpartner, dienstliche Anlaufstellen für die Kollegen, Aber auch gerade uns als Gewerkschaft kommt hier eine sehr wichtige Rolle zu. Denn für unsere Polizei Mitarbeitenden haben wir immer ein offenes Ohr, da, wo sie ohne Angst ganz offen über ihre Gefühle und Ängste sprechen können, über das, was sie bewegt und frustriert und wo wir dann versuchen, Hilfestellungen zu leisten. Sie können sich ja vorstellen, dass wir seit Freitag in ständigem Austausch mit unseren Kolleginnen und Kollegen, sei es über die sozialen Medien, sei es persönlich oder auch digital waren. Das ist natürlich unabhängig von Dienstzeiten oder organisatorischen Zugehörigkeiten.

HR 1 Moderatorin

Sie trauern um Ihren Kollegen, und Sie haben auch eine Botschaft an die Politik. Die lautet wie folgt. Alle Maßnahmen gegen Hass und Hetze sowie ideologischen Fanatismus laufen ins Leere. Die Mitte der Gesellschaft und die Mitte derPolitik dürfen nicht weiterhin tabuisieren und müssen endlich der Wahrheit ins Auge sehen. Zitatende. Was genau meinenSie damit?

Alexander Glunz DPolG Hessen

Ja, wir dürfen nicht aus überzogener politischer Korrektheit oder aus der Angst, in irgendwelche Ecken gestellt zu werden, ein Thema, was die Menschen bewegt, tabuisieren. Selbst der Baden Württembergische Finanzminister und Grünenpolitiker,  Herr Bayer hat vor kurzem in Bezug auf diese Tat veröffentlicht, dass eine ehrliche Debatte über die Gefahren von Islamismus ohne Scheuklappen, Naivität oder doppelte Standards geführt werden muss. Gefahren undProbleme müssen offen benannt werden, auch wenn das nicht in den politischen Mainstream passt. Nur so kann man denMenschen die Angst nehmen und Lösungen finden, die nach unserer Auffassung zielführend sind. Ich habe heute mehrere Pressekommentare zu dem Vorfall verfolgt. In den meisten ging es dann um den Täter oder den verletzten Michael Stürzenberger. Kaum einer der Presse Kommentare ist auf den getöteten Kollegen eingegangen. Hier wurde ein Leben mutwillig vernichtet, nur weil der Kollege seinen Dienst für unser aller Freiheit und Sicherheit gemacht hat. Und das ist ein Thema, was wir in den Vordergrund rücken müssen.

HR 1 Moderatorin

Alexander Glunz, Landesgeschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft in Hessen, zum Tod eines 29 Jahre alten Polizeibeamten, der an den Folgen der Mannheimer Messerattacke vom Freitag verstorben ist. Herr Glunz, ganz herzlichen Dank.

Alexander Glunz DPolG Hessen

Sehr gerne.

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