16. Juli 2025

„Worte wirken – Verantwortung auch“

Die jüngsten Diskussionen über Aussagen unseres Bundesvorsitzenden und der anschließende Rücktritt von Diana Gläßer als langjährige LGBTIQ*-Beauftragte der DPolG Rheinland-Pfalz beschäftigen viele Kolleginnen und Kollegen. Auch wir als DPolG-Frauenvertretung nehmen diese Entwicklung ernst – nicht, weil wir in allem einer Meinung sein müssen, sondern weil wir glauben, dass Sprache und Umgang miteinander das Fundament unserer Glaubwürdigkeit bilden.

„Natürlich darf es unterschiedliche Sichtweisen geben – auch in unserer Gewerkschaft. Aber es kommt darauf an, wie wir diese äußern. Gerade in herausgehobenen Funktionen trägt man Verantwortung für das, was Worte bewirken“, betont Tanja Maruhn, stellvertretende Landesvorsitzende der DPolG Hessen und engagiert in der Frauenvertretung.

Rainer Wendt hat in einem Beitrag für das Magazin „Tichys Einblick“ Aussagen getroffen, die viele als ausgrenzend empfunden haben – insbesondere Kolleginnen und Kollegen, die sich mit queeren Themen identifizieren. Diana Gläßer hat daraufhin ihre Konsequenz gezogen. Dass es dazu keinen offenen Austausch mehr gab, bedauern wir – denn gerade in herausfordernden Momenten brauchen wir Gesprächsbereitschaft, keine Spaltung.

„Wir möchten niemanden verurteilen“, sagt Maruhn, „aber wir möchten sensibilisieren: Die DPolG steht nicht nur für Haltung in der Sache – sondern auch für Haltung im Miteinander. Und genau das erwarten viele Kolleginnen und Kollegen zurecht von uns.“

Vielfalt ist kein Randthema. Sie ist gelebte Realität – in unseren Dienstgruppen, im Einsatz, in der Ausbildung, in der Führung. Eine moderne Polizeigewerkschaft muss in der Lage sein, diese Vielfalt mitzutragen – auch dann, wenn Diskussionen unbequem werden.

Als Frauenvertretung stehen wir nicht außerhalb, sondern mitten in der DPolG.
Unsere Arbeit zielt nicht auf Abgrenzung – sondern auf Ergänzung. Wir möchten Räume schaffen für Austausch, Wertschätzung und gegenseitiges Verständnis – für alle, die zur Polizei gehören.

„Wir Frauen in der DPolG wollen nicht mehr kämpfen müssen, um dazuzugehören“, so Maruhn. „Wir gehören längst dazu. Jetzt geht es darum, gemeinsam daran zu arbeiten, dass das auch überall sichtbar wird – respektvoll, klug und mit Haltung.“

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